TYPO3 Barcamp 2026

"Ein Camp ist eine Konferenz. Aber irgendwie auch nicht." So hatte es Sereina beim vierten TYPO3 Camp im Sommer 2023 schon formuliert. Ein Barcamp einer aussenstehenden Person zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Denn mit einer Bar und Getränken hat es nur am Rande zu tun (manche mögen mir da widersprechen).

Für mich ist es jedes Jahr wieder ein Zusammentreffen vieler toller Menschen, die für das Gleiche oder Ähnliches brennen wie ich. Im Fokus stehen das Netzwerken, der fachlich-kollegiale Austausch. Mit dabei sind Jung und Alt, vom Projektleiter, über grafik-affine Frontendler und code-fokussierte Entwickler sowie Agentur-CEOs bis zu DevOps- und Hosting-Techies wie wir von Ops One so ziemlich alle, die etwas mit Internet und Web-Entwicklung zu tun haben.

"Das Vortragsprogramm" ist nicht wie ein Fahrplan im Vorab definiert, sondern ergibt sich erst durch die Beiträge der Teilnehmenden. Jede und jeder soll und kann Themen einbringen, Fragen aufwerfen, ein Thema oder eine Entwicklung präsentieren.

Und am Tag vor dem Camp weiss noch niemand, wie das Programm am Camp aussieht. That's the magic of a camp!

Warm-Up-Time

Wie auch in früheren Jahren startete das TYPO3 Camp auch dieses Mal an der Weststrasse in unserem Büro. Von nah und fern trudelten sie ein und genossen ein Ops One Bier oder ein anderes Getränk - und auch die Carrerabahn wurde in Betrieb genommen für das eine oder andere Rennen.

Tag 1

Nach Kafi und Gipfeli fanden sich die rund 50 Teilnehmenden zur ersten Session des Tages zusammen. Dem Foto-Beweis zu entnehmen war die Stimmung bereits jetzt auf einem ersten Hoch!

Die Session-Planung verlief anfangs etwas zögerlich und einige mussten ihren Boot-Prozess erst abschliessen - oder sich einfach trauen, ein Thema vorzuschlagen. Schlussendlich konnte die Planung für den ersten Tag dann aber erfolgreich abgeschlossen werden mit einem vollen Programm:

Sowohl Andri wie auch ich haben eine Session vorgeschlagen – wobei ich im Gegensatz zu ihm keine Präsentation im Köcher habe und mir erste noch etwas zum Erzählen ausdenken muss für den zweiten Tag.

Direkt ging es los in die Sessions, welche auffällig vieles aus dem KI-Themenfeld oder dem Betrieb von TYPO3 in Containerisierten Setups umfassten. Den Auftakt machte Florian Auderset mit einer Vorstellung ihres Hosting-Setups bei dem TYPO3 in Containern betrieben wird – und Traefik davor den Traffic entgegennimmt, sich um Zertifikate kümmert und die Requests je nach Domain an den richtigen Container weiterreicht.

Bei hervorragendem Wetter fanden sich drinnen wie draussen konstant neue Gruppen die sich zwischen den Sessions in den Pausen unterhielten und diskutierten.

Die Nachmittags-Sessions läutete Andri ein mit seiner Einführung zum Thema Container und Docker. Die überschaubare Gruppe war sehr interessiert und hat die Basics aufgesogen. In der Diskussion stellte sich heraus, dass eine der Teilnehmenden in ihrem Team das Problem hat, ihre Projekte auf Entwicklergeräten schnell und reproduzierbar einzurichten, und dort viel Zeit verloren ginge. Das führte zu einer spontanen Kurz-Demo von DDEV und einem grossen Danke: Sie wisse jetzt, was sie nächste Woche genauer anschauen und testen werde.

Die anschliessende Session "Wie Agenturen in Zukunft Geld verdienen" von Daniel Fau am Nachmittag war ein absolutes Publikums-Magnet und die Stühle im kleineren Raum gingen aus. Er schaffte es in den 45min (+ 7min Nachspielzeit) ein Wortgewitter auf uns loszulassen, das auch an einem Schnellsprech-Wettbewerb gute Chancen auf einen Pokal gehabt hätte. Inhaltlich zeigte er die Transformation auf, in welcher sich die Branche der Web-Agenturen und generell der Markt befinden. Reine Entwicklungsleistung wird weniger werden, Vertrauen und Beratung werden wichtiger werden.

Die letzte Session des Tages kam von Johannes Rebhan der sehr viel Code auf die Leinwand geworfen und anhand dessen die umgesetzte Headless-Lösung für TYPO3 gezeigt hat, welche sie für eine Website umgesetzt haben, die auch bei Ops One betrieben wird.

Social Event

Mit dem Start des Social-Events gingen die Gespräche nahtlos weiter – jetzt einfach mit anderen Getränken in der Hand und feinen Hot Dogs in der anderen Hand. Wir konnten bei wunderbarem Frühlingswetter den Abend draussen im Innenhof der Jugendherberge geniessen.

Und – es wäre sonst kein authentisches TYPO3-Event – spät abends wurden dann doch noch das eine oder andere Notebook hervorgeholt. Teils wurden KI-gestützt Slides für Sessions anderer Leute vorbereitet – oder, wie hier zu sehen, die neue "six-seven"-Extension welche TYPO3 mit der aktuellen Jugendsprache ausrüstet vorgestellt:

Tag 2

Erwartet und dann doch überraschend leise und mit verringerter Teilnehmerzahl starteten wir am Samstag in den zweiten Tag des TYPO3 Camps und direkt in die Session-Planung. Einzelne Sessions klebten bereits vom Vortag auf dem Plan – und einige kamen noch dazu. Aber es war erneut ziemlich zögerlich, und so hatte der Tagesplan phasenweise den Eindruck einer Single-Track-Konferenz:

Daniel Fau von der TYPO3 GmbH eröffnete mit seiner Session zum Thema Governance. Er zeigte auf, welche Überlegungen und Diskussionen aktuell "hinter den Kulissen" laufen. Die Anwesenden stellten auffällig wenig Fragen und lauschten einfach seinen Ausführungen. Ob dies der kurzen Nacht geschuldet ist, konnte ich nicht herausfinden.

In der Session vor dem Mittag hat Steffen Hastädt eine Extension zum Rate-Limiting von Requests vorgestellt, um diverse Crawler auszubremsen und so Server-Resourcen zu schonen. Diesen Talk habe ich verpasst, da ich kurzerhand gleichzeitig meine eigene Session mit einem Intro zu Event-Sourcing hielt, zu der ich mich am ersten Tag bei der Session-Planung breitschlagen liess. Daher einmal den Blick von der anderen Seite:

Andri zeigte kurz vor dem Mittagessen spontan noch kurz unseren Redirect-Service – und nach dem Mittag bot er noch eine Session zum Renovate-Bot an. Damit ist er nach Daniel Fau wohl der Teilnehmer, welcher an den zwei Tagen die meisten Sessions angeboten und gehalten hat. Bravo!

Fazit und Ausblick

Unsere Liegestühle wurden rege genutzt und ich glaube wir sind als Sponsor auch nächstes Jahr herzlich Willkommen, wegen der netten Team-Members vor Ort aber auch wegen der Schöggeli die wir dieses Jahr mit im Gepäck hatten.

Das TYPO3 Camp Schweiz war auch 2026 ein runder Event!

Mir hat es super gefallen und dank der überschaubaren Grösse konnte ich doch mit einem grossen Anteil der Teilnehmenden ins Gespräch kommen. Die Stimmung lag irgendwo zwischen Klassentreffen und Konferenz, von lustig bis ernsthaft (am Freitag haben 5 Teilnehmende an Zertifizierungsprüfungen teilgenommen). Auf jeden Fall war es gemütlich mit vielen netten Menschen!

Interessant fand ich, dass sich bei der Vorstellungsrunde einige als Frontend-Interessierte zu erkennen gaben – es aber dazu nahezu keine Sessions gibt. Und ebenso wenig direkt thematisiert wurde TYPO3 v14 bei welcher der LTS-Release und grosse Meilenstein erst wenige Tage her ist. Und das, obwohl in dem Major-Release doch einige Features aus der Community eingeflossen sind, die wohl erwähnenswert gewesen wären. Insgesamt waren die Themen dieses Jahr relativ wenig direkt auf TYPO3 fokussiert, was mir einfach auffiel, ohne dies werten zu wollen.

Für mich war es zudem ein spezieller Event, da ich dieses Jahr stellvertretend für Sereina diesen Blog-Post schreiben durfte. Ich hoffe, dir hat das Lesen ebenso Spass bereitet wie mir das Zusammenstellen dieses Beitrags! Wer weiss, wie oft ich zukünftig das Ops One Marketing Team unterstützen darf :-)